Die Posh Spice des Witch House

Hallihallo, liebe Leser, und herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe der Popkolumne der Berliner Zeitung! Heute möchte ich den mir zur Verfügung stehenden Platz einmal nutzen,  um Sie auf ein interessantes Konzert hinzuweisen, das am kommenden Mittwoch, den 7. März, im Festsaal Kreuzberg stattfinden wird. Falls Sie sich nicht für Blues-Rock von Männern im mittleren Alter interessieren (siehe links), interessieren Sie sich ja vielleicht für Gothic-Pop von Mädchen in sehr jungem Alter. In diesem Fall sollten Sie zu Charli XCX gehen, die im Vorprogramm der ihrerseits fabelhaften Sleigh Bells ihr allererstes Deutschlandkonzert geben wird.  Schön kalten, gleichsam geschmeidig gefühlvollen und nervös sich überschlagenden Goth-Alt-Gesang nach Art der mittleren Siouxsie Sioux verbindet Charli XCX mit traditionellen Elektropopsynths. Die ewiggrünen Fragen des Weltschmerzes und Liebesleids werden von ihr  – wie auf der aktuellen Single „Nuclear Seasons“–  ganz retrogerecht in der Metaphorik der Achtzigerjahreatomkriegsangst besungen. Über allem liegt  aber auch der wabernde Verwesungsklangnebel des neueren Witch House. Als junges Mädchen, sagt Charli XCX, habe sie am liebsten die Spice Girls gehört, weswegen man sie  vielleicht auch als Posh Spice des Witch House bezeichnen könnte.  Vielleicht auch nicht, das sehen wir bei ihrem Konzert. Soweit meine Empfehlungen für die kommende Woche. Tschüß!

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