Werden und Vergehen

Der Winter ist vorüber, schon ziehen die Vögel wieder nach Norden, an den Weidenbüschen puscheln sich die ersten Kätzchen ans Licht. In den Innenstadtvierteln werden die letzten Baulücken geschlossen und die letzten  Einzelhandelsgeschäfte durch Filialen von Röhrenjeanskonzernen ersetzt.
Kommt man morgens aus dem Club, brüllen die Vögel schon wieder ihr ohrenbetäubendes Lied. Sitzt man im Büro, blickt man oft aus dem Fenster und denkt sich: Ach, so fliegen die Jahre dahin. Bald werden die eigenen Kinder damit beginnen, hinter der Turnhalle zu rauchen. Kürzlich fragte ich mich, ob ich mir nicht langsam auch einmal eine zünftige Midlife Crisis erlauben sollte, so mit „Das kann doch nicht alles gewesen sein“-Depressionen und konsequent ungerechter Behandlung sämtlicher Menschen, die ich eigentlich mag. Ich beschloss dann aber, dass ich mich dazu noch zu jung finde, zu frisch und zu neugierig auf das Leben um mich herum. Im gleichen Moment klingelte das Telefon und eine mir sehr sympathische Verlegerin fragte, ob ich nicht einen Essay zu ihrem Buch „Älterwerden im Pop“ beitragen möchte. Klar. Warum nicht. Das Buch wird im Sommer erscheinen.
Schon in dieser Woche erscheint im Suhrkamp Verlag ein Buch über „Berlin, Techno und die Wende“, über die unwiederbringlichen Jahre zwischen 1988 und 1995 und die Aufbruchsstimmung, die damals noch herrschte. Es wird im Rahmen einer Ü-40-Party am Donnerstag um 21 Uhr im Kater Holzig vorgestellt und trägt den Titel „Der Klang der Familie“.

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