Wer ist schlechter? Bap oder Scorpions?

Zu einer denkwürdigen Parallelaktion kommt es in den nächsten Tagen am Tempelhofer Columbiadamm. Am kommenden Mittwoch, den 23. Mai, tritt in der Columbiahalle die Kölner Mundart-Rock-Gruppe Bap auf; bereits am heutigen Mittwoch, den 16. Mai, spielt im benachbarten Columbiaclub der aus dem Landkreis Hildesheim stammende Sägezahngitarrenschinder Michael Schenker, der seine Karriere in den frühen 70er Jahren in der Hard-Rock-Gruppe Scorpions begann.
Der Vergleich könnte interessant sein: Denn Bap und die Scorpions gelten gemeinhin ja als die schlechtesten Bands, die jemals in Deutschland Musik gemacht haben. Im Fall der Scorpions kann man dieses Urteil allerdings relativieren: So lege ich mir beispielsweise noch immer recht gern ihr Debütalbum „Lonesome Crow“ auf den Plattenteller, das 1972 bei dem Hamburger Krautrock- und Stechapfelesser-Label Brain Records erschien. Sänger Klaus Meine   glänzt hier sehr hübsch im juvenilen Gequetschte-Hoden-Falsett; Michael Schenker spielt  eine vorzüglich verpeilte Psychedelikgitarre. Gut! Auch danach sind den Scorpions noch einige schöne Stücke gelungen, zum Beispiel die Kriech-Metal-Nummer „The Zoo“ von  der 1980er „Animal Magnetism“-LP; aber nie wieder war die Gruppe so gut und so lustig wie zu Michael-Schenker-Zeiten. Ein Besuch seines Auftritts könnte sich also lohnen!

Im Unterschied zum Besuch des Konzerts von Bap. Selbst nach intensiven Recherchen und vom Verfasser dieser Kolumne weitgehend furchtlos vorgenommenen Selbst-Hör-Versuchen will sich nicht mal im frühsten Frühwerk dieser Band irgendeine Idee von musikalischem Wert, ein künstlerischer Funke oder auch nur ein Zeichen von Lebendigkeit finden. Schon immer haben Bap jene primitiv-maskuline Bluesrock-Doublette gepflegt, für die man sie fürchtet.

Beginn der Konzerte: jeweils 21 Uhr.

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10 Gedanken zu “Wer ist schlechter? Bap oder Scorpions?

  1. Kann dieser Einschätzung leider garnicht folgen, obwohl ich beide Gruppen nicht wirklich mag. Seltsam ist nur, dass SCORPIONS im Ausland fast verehrt werden und hierzulande mahezu bedeutungslos sind. Zu BAP kann ich nur sagen, man mag sie oder nicht, aber auch Blues-Rock auf Kölsch hat seine Berechtigung, aber auch nur, wenn man sowohl musikalisch als auch offen für deutsche Dialekte ist. Vielleicht fehlt es Herrn Balzer ja an beiden?

    • ‚Musikalische Offenheit‘ ist allerdings das Letzte, dass mir als Voraussetzung zum Hören von Musik der Scorpions oder von BAP eingefallen wäre. Musik mit dem Charme einer Reihenhaussiedlung in Hannover-Laatzen…

  2. Herr Balzer sind wir doch mal ehrlich, könnte das irgend jemand interessiern was sie da schreiben……wenn irgendjemand U2, Deep Purple, Udo Lindenberg, BAB,BAP oder sonst eine Musikrichtung gefällt dann solls auch so sein. Aber warum bekommen,VERDAMMTESCHEIßENOCHEINMAL, sie so eine Plattform, ihre Bühne, um so viel scheiß zu schreiben.

  3. An selbstgefälliger Arroganz kaum zu überbieten. Habe selten so einen überflüssigen Kommentar gelesen. Die Recherchen zum musikalischen Werk von BAP können nicht so sehr intensiv gewesen sein sonst wären doch so phantastische Stücke wie „Verdamp lang her“ oder das sehr politische Stück „Kristallnaach“ aufgefallen. Und wenn Wolfgang Niedecken für sein Lebenswerk in diesem Jahr den Echo erhielt spricht dies Bände. Bei Ihnen Herr Balzer scheint der Intellingenzquotient unterhalb der Körpertemperatur zu liegen!

    • Oooooohja, dass Wolfgang Niedecken für sein Lebenswerk in diesem Jahr den Echo erhielt, spricht tatsächlich Bände. Für so einiges.

  4. Ich frage mich, wieso stehen nur BAP und die Scorpions als schlechteste Band/Musiker Deutschlands zur Wahl. Da fallen mir spontan mehrere ein: Wir sind Helden, Silbermond, Juli, sämtliche Junge mit Gitarre und Lockenkopf, Udo Lindenberg (den man gut finden muss, warum auch immer), Westerhagen, dieser gruselige Rapper mit dem japanischen Namen und und und…..

  5. Pingback: Schmähkritik (493): BAP | Monarchie & Alltag