Soft Moon im Bi Nuu

Der Abend beginnt damit, dass eine von unseren Katzen wesentliche Teile ihres aktuellen Mageninhalts auf die Dachterrasse erbricht, unter anderem einige lange Katzengrashalme sowie Hühnchenbrocken in Soße. Nicht schön! Doch als ich mit Handbesen und Schaufel wieder am Ort des Geschehens bin, ist bereits eine Armada von Ameisen aus ihrem Dachterrassenversteck hervorgehuscht und widmet sich selig den Leckereien; gerade transportiert eine kleine Kohorte einen Hühnchenbrocken in unsere Wohnung hinein. Nun gut. Ich verlasse die Szene und fahre ans Schlesische Tor, um mir Soft Moon im Bi Nuu Club anzusehen; dabei handelt es sich um eine kalifornische Gothic-Pop-Gruppe, deren Songs mit verhalltem Bass, verhallter Gitarre sowie stoischem Schlagzeug durchweg nach ein und der derselben B-Seite von The Cure aus dem Jahr 1981 klingen. Zahlreiche Musikbranchenvertreter sind gekommen, um diese hoch gehandelte Band anzusehen; gemeinsam stehen wir nun vor der Tür, rauchen und sprechen über unsere Hobbys, zum Beispiel das Imkern. Als ich heimkomme, haben die Ameisen das Erbrochene komplett aufgefuttert, so gründlich geputzt war unsere Dachterrasse noch nie! Es handelt es sich mithin bei diesen verkannten Tieren doch um äußerst nützliche Wohnungsgenossen.

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