Die Gema und ihre Jubelperser

Heute zunächst wieder: Post von den Lesern! Zu meiner Kolumne in der letzten Woche schreibt mir Herr Lou Weed aus Berlin:

„Danke, danke & nochmals danke! Nachdem ich aufgrund sozialer Isolation schon mit einem Leben in Alaska oder so geliebäugelt hatte, hab ichs jetzt endlich schwarz auf weiß – Max Herre nervt ohne Ende mit seiner Schweinchen-Schlau-Attitüde & angestrengtem Gutmenschentum gepaart mit tatsächlich bestenfalls mittelmäßigen Rapskills! Jetzt kann ich mich wieder hoch erhobenen Hauptes in die Öffentlichkeit trauen, weil ich weiß, da draußen ist einer, der mich versteht… Auch wenn es wohl meistens so ablaufen wird: ,…ach, & Jens Balzer findet Max Herre übrigens auch scheiße.‘ – ,Hää? Wer???‘, ist mir das egal, alles Ignoranten & Formatradiohörer… Liebe Grüße, ein dankbarer Leser & Musikfreund.“

Gern geschehen, lieber Lou Weed. Und wer hat in den vergangenen Tagen noch so geschrieben? Zum Beispiel die Gema. Zwar nicht an mich, aber an ihre Mitglieder. Denn für den morgigen Donnerstag, den 6. September,  sind in sechs deutschen Großstädten Demonstrationen gegen die von der Gema für das Jahr 2013 geplanten drastischen Tariferhöhungen angemeldet. So auch in Berlin – Treffpunkt hier ist um 14 Uhr vor der Gema-Bezirksdirektion in der Keithstr. 7 im Bezirk Schöneberg; danach geht es über den Kurfürstendamm bis zum Wittenbergplatz.

In einem am Montagabend an die Gema-Mitglieder versandten Schreiben bedauert die in München ansässige „Gema Generaldirektion Kommunikation & Marketing“ einerseits, dass „ein rechtliches Vorgehen“ gegen die Demonstration „aufgrund des grundgesetzlich gewährleisteten Versammlungsrechts nicht möglich“ ist. Man sei aber andererseits „kommunikativ sowie medial“ darauf vorbereitet, und zwar „im Vorfeld über Interviews, Statements und lancierte Medienberichte und ein Schreiben an die Diskotheken- und Clubbetreiber. Am Tag selbst laden wir die Presse in alle Bezirksdirektionen und Generaldirektionen zu einem Gespräch ein. Die Dynamik in den Social-Media-Kanälen verfolgen wir mit einem erweiterten Backup-Team, das hier schnell und schlagkräftig posts und tweets kommentiert und die Diskussion rund um die Demo sachlich steuert“.
Falls Sie, liebe Leser, sich also auch schon einmal gefragt haben, warum von den Einnahmen der Gema bei der Mehrheit der Urheber so wenig ankommt: Die Lobbyisten, die „lancierte Medienberichte“ zur Image-Verbesserung organisieren, wollen ja schließlich auch bezahlt werden. Ebenso wie die „Backup-Teams“ – zu deutsch: Jubelperser –, die unter den Artikeln zum Thema die entsprechenden Kommentarrubriken und Facebook-Seiten mit der vorgefertigten Gema-Position vollschreiben.

Nun aber zu etwas völlig anderem: Musik! Heute Abend wird ja mit dem „15 Jahre Radio Eins“-Festival  im Tempodrom die Berlin Music Week offiziell eröffnet; außerdem kommt es zu zwei exklusiven Konzerten von internationalen Topstars, für die Sie, liebe Leser der Berliner Zeitung, bei uns Eintrittskarten gewinnen konnten. Viele, ich möchte fast sagen: sehr viele von Ihnen haben am gestrigen Dienstag bei mir angerufen; leider konnten jedoch nur zwei gewinnen. Die beiden Tickets für das Konzert der Pet Shop Boys im Hau-1-Theater gehen an unsere Leserin Gabriele Faber, die mit einer befreundeten Taxifahrerin dort deren 25-jähriges Berufsjubiläum feiern will. Gut! Denn zu Taxifahrern pflegen die Pet Shop Boys ja ein ganz besonderes Verhältnis, wie Sie unserem Interview mit Chris Lowe und Neil Tennant in der am Montag erschienenen Berlin-Music-Week-Sonderbeilage der Berliner Zeitung entnehmen konnten. Sollten Sie die Sonderbeilage verpasst haben, finden Sie das Interview und viele andere interessante Texte rund um die Berlin Music Week auch im Internet unter www.berliner-zeitung.de/berlin-music-week.

Auch unsere zweite Verlosaktion konnte zumindest für zwei junge Menschen zu einem befriedigenden Abschluss gebracht werden: Den ultraexklusiven Auftritt von Kool Savas und Xavier Naidoo an einem geheimen Ort in  Berlin-Mitte dürfen die Geschwister Henrik und Kerstin Mohr besuchen, denen – das freut mich besonders – die Karten von ihrer Mutter organisiert wurden. Herzlichen Glückwunsch!

Ausschließlich glückliche Gewinner traf man auch bei der inoffiziellen Eröffnung der Berlin Music Week am Montagabend im Kesselhaus der Kulturbrauerei in Prenzlauer Berg: Hier gab der sympathische Superstar Marius Müller-Westernhagen ein exklusives Fan-Konzert zugunsten einer von ihm und dem kostenlosen Kulturmagazin „Einkauf aktuell“ gegründeten Stiftung, die sozial benachteiligten Kindern beim Bildungserwerb helfen will. Ich meine: ein rundum löblicher Einsatz! Bis nächste Woche.

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