Die Stadt muss brennen, brennen, brennen

Casper triumphiert im SO36

Herrlicher Teeniekonzertwahnsinn am Mittwoch im SO 36: kreischende Mädchen, Ohnmachtsanfälle, hymnische Chöre, helle Begeisterung. Und zwar völlig zu Recht! Beim ersten Berlin-Konzert seiner „Hinterland“-Tour triumphiert Casper als rockender Raubauz, ruppiger Rapper und gleichermaßen großer Gefühlezeiger. Zwei Stunden lang springt und hechtet er über die Bühne, und die Leute im Saal springen und hechten mit. Fast das ganze neue Album spielt er mit seiner Band, von „Im Ascheregen“ am Anfang bis zu „Jambalaya“, und das Publikum kann jede Zeile auswendig und singt alles mit, die neuen Songs ebenso wie „Der Druck steigt“ oder noch ältere Sprechgesangsstücke („Mittelfinger hoch!“). Auch die Freunde sind da: Bei „Ganz schön okay“ kommt Kraftklub-Sänger Felix Brummer zum Duett auf die Bühne. Markus Ganter, der das neue Album mitproduziert hat, spielt Trompete und Glockenspiel und allerlei andere Instrumente, und das ist vielleicht die erstaunlichste Leistung an diesem Abend: dass trotz des krachenden Aufschlags auch die fein ziselierten Klangkonstruktionen der neuen Songs gut hörbar bleiben. Vom gern belächelten Emo-Rapper ist Casper zum universellen Popstar geworden: Diese Karriere hat ihren Höhepunkt noch nicht erreicht.

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