Homo-Ehe mit der Thai-Nutte

Vier Millionen Klicks in drei Tagen! Solche Einschalterfolge erzielt man auf Youtube sonst nur mit possierlichen  Videofilmen mit Katzen, die in kunstvoll geknittelten Kleinmädchenkostümen Klavier spielen müssen, ohne Aussicht auf Erfolg einem Wollknäuel hinterhertollen oder laut maunzend in einer Astronautenmontur aus einer Kanone geschossen werden. An diesem Wochenende war indes alles anders, den Quotenrekord seit dem vergangenen Freitag hält der in einem südwestlichen Vorort von Berlin lebende Sprechgesangskünstler Bushido mit seinem Clip „Leben und Tod des Kenneth Glöckler“.

Darin sind keinerlei Katzen und auch sonst keine flauschigen Tiere zu sehen; puschelig bepelzt ist lediglich das Kinn des Künstlers, der in dem knapp zwölf Minuten dauernden Werk ausführlich einen ehemaligen musikalischen Mitstreiter namens Kenneth Glöckler alias Kay One beschimpft und bedroht. Nach Ansicht von Bushido ist Kay One „metrosexuell“ und  „gay“ sowie zugleich einer, der Mädchen unter Drogeneinfluss „vergewaltigt“, er ist ein „Mittelklasse-Schlagersänger“ und „Informant“, aber auch eine „Nutte“, wenn nicht gar eine „Thai-Nutte“, die in „Homo-Ehe“ mit einem „Quoten-Neger“ lebt. Allein der Versuch, diese einzelnen Attribute in den Zusammenhang einer einigermaßen konsistenten Charakterbeschreibung zu bringen, verlangt dem geneigten Betrachter einiges ab.

In den begleitenden Bildern wird ein tadellos glattrasierter und auch ansonsten ziemlich ahnungslos aussehender Kay-One-Darsteller von einem leicht bekleideten Mädchen in ein Bordellzimmer gelockt, was  in ihm die Erwartung interessanten Geschlechtsverkehrs weckt;  doch Pustekuchen: Stattdessen wird er von einer Gruppe vermummter Gesellen entführt und schließlich auf einem weitgehend unbeleuchteten Parkplatz  dazu gezwungen, sich mit einem Sack über dem Kopf und auf den Knien die endlosen Tiraden von Bushido anzuhören; abschließend wird er von selbigem mit einem Kopfschuss getötet.

Das Hinrichtungsvideo ist kurzweilig anzuschauen und sicher auch irgendwie von der Kunstfreiheit gedeckt.  Was freilich der Grund für Bushidos Übellaunigkeit ist, versteht man wohl nur, wenn man sich schon einmal mit den internen Streitigkeiten männlicher deutscher Sprechgesangskünstler mit Migrationshintergrund befasst hat, womit der Autor dieser Zeilen nicht dienen kann. Der echte Kay One hat sich  übrigens am Montag mit der Bemerkung gerächt, dass Bushido mit seinem „Wikingerbart“ ganz schön albern aussieht… und ich finde: Bei allem Spaß am wortreich ausgetragenen Streit geht er damit nun aber wirklich zu weit.

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2 Gedanken zu “Homo-Ehe mit der Thai-Nutte

  1. da die.. berliner.. nun drüber berichtet hat…hab ick mir dit machwerk für 3 minuten ma bei utube rinjezogen.
    langweiliger diss auf den ehemaligen busenfreund.
    very gay.